Der 1. Hamburger-Terrarianer-Tag (H-T-T)



 

Eine schlaflose Nacht...

hatte ich, denn die Aufregung ließ mich nicht schlafen. Der Hamburger-Terrarianer-Tag startet an diesem Morgen. Der H-T-T, der wichtigste Tag für unseren Verein in diesem Jahr. Ein Jahr ist vergangen, seit der ersten Idee. Und dann Planung, Umplanung, Diskussionen, Vorbereitungen, Telefonate, Gespräche, Emails und so weiter, und so weiter...

 

Im Herbst letztes Jahr die erste Idee. Im Frühjahr eine große Umplanung. Im Sommer die Feinplanung. Auch Klippen und einen Sturm gab es für Kapitän, Steuermann und Bootsfrau auszuhalten und die Klippen mussten umschifft und der Sturm abgeritten werden. Auch wenn dabei ein Mann über Bord ging, wir hatten das Ruder fest in der Hand und steuerten weiter auf unser Ziel zu.

 

Und nun graut nicht nur der Morgen, mir graut vor dem Morgen.

 

Aufstehen, Hygiene, Kaffe trinken und Viecher einpacken. Denn ein wenig habe ich auch bei der Börse abzugeben und die Tiere für die Schauterrarien müssen auch mit. Schau-Terrarien hatten wir schon in die Gewerbeschule G3 rüber gefahren und aufgebaut. Gott sei Dank hat Wotan, der Waran-Papa, heut nicht in seine Felsspalte übernachtet. Denn wenn er sich da aufbläst, habe ich keine Chance, ihn mitzunehmen. Die Königsnattern sind noch verschlafen und überrascht und schnappen gar nicht nach mir. Na, so um 6:30 Uhr morgens sind sie wirklich umgänglich, das merke ich mir.


Dann geht es los. Kurz vor acht Uhr pünktlich am Brekelbaums Park, Auto parken und ausladen, dann in die Tiefgarage. Ich stehe im Foyer der Schule, in dem wir schon alles vorbereitet hatten, was man vorher tun kann. Plötzlich ein Auflauf um mich herum, Carlo wohin dies, Carlo wie soll das, was meinst du hier, was meinst du da. Begehung mit der Amtstierärztin, großes Dankeschön an Veit und Inge, die das so gut vorbereitet haben! Zwischen drin immer Bernd und Andrea und Matthias, ohne die mir bestimmt schwindlig würde. Die lenken und leiten wie ich und wie immer sind wir uns ohne große Worte einig, wie was zu machen ist. Ohne die drei würde ich es nie schaffen, denke ich noch, da ist es auch schon viertel vor zehn und ich schaue mich um und man kann sagen: Fertig!

 

Einen Schluck Kaffe bekomme ich noch und gucke zur Tür. Huch, da stehen tatsächlich Leute! Eine kleine Schlange hat sich gebildet, nein nicht im Terri, sondern vor der Tür! Kommen wirklich Leute zu uns? Hat sich all die Arbeit gelohnt?

 

Ja! Der Tag vergeht für mich im Flug, selten kann ich mich um meinen kleinen Börsenstand kümmern, der wird bis mittags von meinem Sohn betreut und danach von Vereinskollegen.

 

Leider kann ich auch die Vorträge nicht erleben. Nur den letzten, den von Thomas, dafür habe ich mich eingetragen und gesagt, da MUSS ich hin. Als ich da sitze und dem Vortrag lausche, es ist der letzte für den Tag, da nicke ich sogar ein paar Minuten ein, ich bin einfach fertig. Das hat Thomas nicht verdient, er ist für mich ein großes Vorbild bei der Pflege von Nahrungsspezialisten unter den Schlangen und ich „reiße mich am Riemen“! Jetzt bin ich wieder wach und schau mir tolle Bilder von Thomas Schlangen an und höre ihm aufmerksam zu. Super, dass er jetzt auch Mitglied bei den Terrarien-Freunden ist, denke ich, da werden wir unseren Kontakt weiter vertiefen können. Und da ist es auch schon nach fünf Uhr. Die Veranstaltung geht dem Ende zu. Ein vorläufiges Fazit muss gezogen werden, Matthias, Andrea und ich sprechen kurz über die vorläufigen Ergebnisse.

Unsere Börse war die vielleicht erste in Hamburg, bei der es nicht eine einzige Beanstandung durch die Amtstierärztin gab. Im Gegenteil war sie von unserer sorgfältigen Börsenordnung und Vorbereitung beeindruckt. Über 200 bar zahlende Besucher und fast 30 Kinder. Kurz die Kosten überschlagen, das heißt ja, wir haben nicht mal das kleine Minus, das wir in Kauf nehmen wollten, sondern wir sind im Plus! Unser einhundertstes Mitglied konnten wir aufnehmen und begrüßen. Und jetzt sind wir schon 105 Terrarien-Freunde und damit vermutlich der größte regionale Terrarienverein Deutschlands!

 Innerlich strahlen wir alle und unsere gute Stimmung geht, glaube ich, auch noch einmal auf alle Vereins­kameradinnen und Kameraden über, die ja genau so geschafft sind, wie wir drei vom Vorstand. Schnell, aber sorgfältig wird abgebaut und wir stehen im Kreis und trinken noch ein Glas Sekt auf diesen gelungenen Tag.

 

Jetzt nach Hause, Mathias hilft noch beim Ausladen und Verstauen der Vereinsterrarien. Die Tiere, die wieder zurückgekommen sind, werden natürlich sofort versorgt und meine Neuerwerbungen, ein Becher mit Baby-Achatschnecken, wird in ein Terrarium überführt.

 

Und nun? Ich nehme mir ein kaltes Bier und setze mich in einen Sessel. Nö, geht’s mir durch den Kopf, so nicht! Du hast dich noch gar nicht bei Merle von den Vogelspinnern bedankt, dass sie so toll dabei waren. Also ran ans Telefon und noch ein gutes Gespräch geführt, nicht nur über die tolle Teilnahme der Vogelspinner, sondern auch noch gleich einen Haufen Tipps bekommen für die Haltung der Achatschnecken. Danke an dich, Merle!

 

 

Aber jetzt! Etwas Ruhe, Füße hoch, Klassikradio an und ausspannen. Geht gar nicht, ich bin ja noch ganz elektrisch von dem Tag. Trotzdem, Ruhe muss sein und ich frage mich, warum ich mir das antue. Aber die Antwort kenne ich ja. Es macht Spaß!!!

 

Liebe Terrarien-Freunde,

ihr verzeiht mir hoffentlich diesen sehr subjektiven Bericht vom Hamburger-Terrarianer-Tag. Ein anderer, kann das rein sachlich vielleicht besser wiedergeben. Nur eines möchte ich nicht vergessen: Vielen Dank an alle, die so toll mitgeholfen haben, dass wir einen so schönen Tag uns selbst, aber auch allen Hamburger Terrarianern bereitet haben. Die Hamburger Terrarianer, die nicht dabei sein konnten, aber auch die, die nicht dabei sein wollten, bedaure ich ein wenig, denn sie haben wirklich etwas verpasst. Und Danke an alle, die mit daran geglaubt haben, dass ein junger Verein so etwas schaffen kann!

 

Viele Grüße

Euer Carlo

 

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